Technik
Wie das System funktioniert. Zuerst einfach erklärt, dann mit allen Details.
Die Elbe fließt. Immer.
Rund um die Uhr, jeden Tag, führt die Elbe thermische Energie mit sich. Selbst bei Frost liegt die Wassertemperatur über dem Gefrierpunkt. Diese Wärme ist da. Sie muss nur genutzt werden.
Aus wenig wird viel.
Eine Großwärmepumpe entnimmt dem Flusswasser wenige Grad und hebt die Temperatur auf Heizniveau. Aus einem Teil Strom werden zwei bis drei Teile Wärme.
Gespeichert für später.
Ein großer Wärmespeicher puffert Energie für Stunden oder Tage. Wenn der Wind nachlässt oder die Sonne untergeht, liefert er weiter.
Wärme kommt an.
Gedämmte Rohre unter den Straßen bringen warmes Wasser direkt in die Häuser. Leise, unsichtbar, verlässlich.
Ab hier wird es konkret.
Ihre Heizung im Haus
Was passiert mit meiner Heizung?
Nichts.
Wichtig ist die Unterscheidung: Ihre Heizung (z. B. Heizkörper, Fußbodenheizung und Rohrleitungen) bleibt unverändert. Davon getrennt ist die Wärmeerzeugung, also das Gerät, das das Wasser erhitzt, etwa eine Gastherme, ein Ölkessel oder ein Pelletofen. Eine klassische Warmwasserheizung erwärmt Wasser zentral im Kessel und schickt es über die Rohre zu den Heizkörpern oder in die Fußbodenheizung. Genau an dieser Stelle hängt sich das Fernwärmenetz ein. Über einen Wärmetauscher wird Ihr Heizkreislauf gewärmt.
Was passiert mit meiner Wärmeerzeugung?
Das entscheiden Sie.
Wenn Sie bereits eine Warmwasserheizung haben (z. B. Gastherme oder Ölkessel), kann das Fernwärmenetz meist unproblematisch parallel geschaltet werden. Wir empfehlen klar den reinen Betrieb über das Fernwärmenetz. Die technischen Voraussetzungen für jeden Anschluss erfassen wir individuell und beraten Sie über konkrete Möglichkeiten vor Ort.
Zeitplan & Übergang
Wann wird das Fernwärmenetz in Betrieb genommen?
Unser Ziel: 2030.
Wir arbeiten darauf hin, das Fernwärmenetz im Jahr 2030 in Betrieb zu nehmen.
Sie können nicht mehr warten?
Sie haben jetzt Probleme mit Ihrer Wärmeerzeugung, etwa einer alten Gastherme oder einem Ölkessel? Dann sprechen Sie uns an. Wir finden eine individuelle Lösung, um Ihnen die Übergangszeit so leicht wie möglich zu machen.
Kontakt aufnehmen →Was unter der Haube steckt
- Rund 24 km Wärmenetz für die Stadt Tangermünde. Bis zu 3.300 Haushalte können angeschlossen werden, überall dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist.
- Erzeugung im Industriegebiet Arneburger Straße. Kompakt, effizient, in unserer Hand.
- Drei Großwärmepumpen mit zusammen rund 24 MW Leistung nutzen das Wasser der Elbe als saubere, ganzjährig verfügbare Wärmequelle.
- Strom aus Sonne und Wind aus der Region. Keine fossile Lieferkette, keine Importabhängigkeit.
- Drei Maschinen parallel: ausfallsicher und stufenweise erweiterbar.
- Großer Wärmespeicher mit rund 20.000 m³ als thermische Batterie. Er gleicht aus, was Sonne und Wind nicht jederzeit liefern.
Die konkreten Zahlen
- Rund 1,3 m³ Wasser pro Sekunde aus der Elbe. Wir entnehmen rund 3 °C und geben das Wasser zurück.
- Zweistufige Anlagen für rund 85 °C Vorlauftemperatur. Drei Großwärmepumpen parallel, stufenweise erweiterbar.
- Wärmefaktor (COP) von rund 2 bis 3: aus einem Teil Strom werden zwei bis drei Teile nutzbare Wärme.
- Doppelter Primärkreislauf-Wärmetauscher: kein Kontakt zwischen Kältemittel und Flusswasser. Saubere Elbe, garantiert.
Versorgt werden sollen die Haushalte in der Stadt Tangermünde.
Warum sich das langfristig rechnet
Lokale Wärme ist nicht nur sauberer. Sie ist auf Dauer auch deutlich günstiger als jede fossile Einzellösung. Vier Gründe, warum das so ist:
- Skaleneffekte: Eine zentrale Großwärmepumpe arbeitet effizienter als hunderte einzelne Heizungen im Keller.
- Preisstabilität: Lokale erneuerbare Quellen sind nicht den Sprüngen der Weltmärkte ausgesetzt, anders als Gas und Öl.
- Regionale Wertschöpfung: Investitionen, Betrieb und Wartung bleiben in Tangermünde, bei lokalen Unternehmen und lokalen Arbeitsplätzen.
- Förderfähigkeit: Erneuerbare Wärmenetze werden durch Bundes- und Landesprogramme gezielt gefördert.
Genehmigungen Schritt für Schritt
Wir gehen den Genehmigungsweg gemeinsam mit den zuständigen Behörden, sorgfältig und transparent. Schritt für Schritt klären wir die wasser-, energie- und planungsrechtlichen Fragen.
- Unser aktueller Ansatz wurde uns als grundsätzlich zulassbar zugesichert; die formelle Zulassung steht noch aus.
- Frühzeitige Abstimmung mit Fachstellen auf kommunaler, Kreis- und Landesebene.
- Den Planungsstand stimmen wir laufend mit den zuständigen Behörden ab.
Starke Partner an unserer Seite
Die Hochschule Anhalt in Tangermünde hat unter Leitung von Prof. Clemens Westermann den Wärmebedarf im Quartier Bleichenberg/Zollensteig wissenschaftlich erfasst. Diese Daten sind das Fundament unserer Netzplanung.